Wenn Der Schaumstoff Sitzt, Gelingt Der Neue Bezug
Nach dem Aufziehen wird die Sitzfläche einige Stunden ruhen gelassen. Der Schaumstoff entspannt sich, der Bezug setzt sich. Erst danach wird endgültig nachjustiert. Wer sofort nachbessert, korrigiert Spannungen, die sich von selbst lösen. Zum Schluss werden alle Kanten mit der Hand glatt gestrichen, nicht mit einem Werkzeug, das den Stoff beschädigen könnte.
Nach dem Aushärten, je nach Produkt zwischen zwei und zwölf Stunden, wird die Kante mit einem Scharfen Blick kontrolliert. Ein Fingernagel-Test zeigt, ob die Versiegelung elastisch bleibt. Wer unsicher ist, kann eine dünne Schicht Klarlack als zweite Absicherung auftragen, aber erst nach vollständiger Durchtrocknung der ersten. Wichtig ist außerdem, die versiegelte Stelle in den ersten Tagen nicht mit dem Hochdruckreiniger zu bearbeiten. Der Wasserstrahl unterwandert sonst die frische Kante und hebt sie wieder an.
Ein stabiler Karton oder eine flache Holzkiste ist die sicherste Lösung. Die Platte wird flach hineingelegt, nicht gestellt. Der Hohlraum unter und über der Platte wird mit weichem Material wie Decken, Schaumstoff oder zusammengedrücktem Papier ausgefüllt, sodass nichts verrutschen kann. Wichtig ist, dass die Verpackung an allen vier Ecken gleichmäßig aufliegt. Ein Karton, der nur in der Mitte trägt, biegt sich beim Anheben durch und überträgt die Last direkt auf das Glas.
Im Fahrzeug wird die Verpackung gegen Verrutschen gesichert. Gurte oder Spanngurte dürfen nicht direkt über die Glasfläche gespannt werden, sondern immer über die Verpackung oder den Rahmen. Ein zu straffer Gurt erzeugt Druckstellen, die später zu Rissen führen. Zwischen Verpackung und Fahrzeugwand bleibt ein kleiner Abstand, damit Stöße nicht direkt übertragen werden. Bei längeren Fahrten lohnt es sich, die Platte zusätzlich mit einer Decke abzudecken, die auch als Polster gegen benachbarte Gegenstände dient.
Der Bezug wird nicht einfach darübergeworfen Der Bezug muss vor dem Aufziehen auf links gedreht und an den Nähten kontrolliert werden. Lose Fäden werden gekürzt, nicht abgerissen. Dann wird der Bezug über eine Ecke gestülpt und Stück für Stück über den Kern gezogen. Reißt der Stoff an einer Naht, war der Kern zu groß oder die Nahtzugabe zu schmal. Wer mit Gewalt zieht, verliert mehr Zeit als beim Nacharbeiten des Kerns.
Zwei Züge, ein Ergebnis Eine saubere Kante entsteht in zwei Bewegungen. Zuerst wird die Farbe mit einem kurzen Zug parallel zur Kante aufgetragen, etwa fünf bis zehn Zentimeter lang, ohne den Pinsel abzusetzen. Danach folgt ein zweiter, längerer Zug, der die Farbe gleichmäßig ausstreicht. Zwischen den beiden Zügen wird der Pinsel nicht neu eingetaucht. Wer nach jedem Zentimeter erneut Farbe aufnimmt, produziert zwangsläufig einen unruhigen Rand. Wichtig ist auch die Reihenfolge: Zuerst die Kante, dann die Fläche. Wer umgekehrt arbeitet, verschmiert die bereits gezogene Linie beim Nacharbeiten.
Ein häufiger Fehler ist ein zu strammer Bezug. Er sitzt zunächst gut, doch an den Ecken entstehen Spannungen, die den Stoff auf Dauer durchscheuern. Ein zu lockerer Bezug wirft Falten und verrutscht beim Sitzen. Die richtige Spannung liegt dazwischen: Der Bezug liegt glatt an, lässt sich aber an der Kante noch leicht verschieben. Bei Polstern mit Reißverschluss wird dieser erst ganz am Ende geschlossen, damit sich der Stoff gleichmäßig verteilen kann.
Für die Sitzfläche eignet sich ein Kaltschaum mit hoher Stauchhärte und einer Dichte ab etwa 35 kg/m³. Dieser Schaum hält jahrelanger Belastung stand und fällt nicht zusammen. Ein zu weicher Schaum mit 25 kg/m³ wirkt im Laden bequem, verliert aber nach kurzer Zeit seine Form. Wer hier spart, tauscht den Bezug bald erneut. Wichtig ist auch die Dicke: sechs bis acht Zentimeter sind für die meisten Sitzflächen sinnvoll, darunter wird der Unterbau spürbar.
Ein neuer Bezug auf einer frisch gepolsterten Sitzfläche ist kein Nähabenteuer, sondern eine Frage der Reihenfolge. Wer zuerst den Bezug auflegt und dann den Schaumstoff einpasst, arbeitet gegen sich selbst. Zuerst wird der Polsterkern fertiggestellt, dann wird der Bezug darüber gezogen. Der Kern muss dabei nicht perfekt sein, aber er darf keine Falten werfen und keine Kanten haben, die sich später durch den Stoff drücken.
Vor dem Beziehen wird der Schaumstoff auf das endgültige Maß gebracht. Ein Messer mit langer Klinge oder ein elektrischer Schneideapparat schneidet sauberer als eine Schere. Die Kanten werden leicht gebrochen, also mit einem scharfen Schnitt abgeschrägt, damit keine harte Linie unter dem Bezug sichtbar bleibt. Wer hier spart, sieht später jede Unebenheit. Ein dünnes Vlies zwischen Schaumstoff und Bezug gleitet besser und schützt den Stoff vor Abrieb.
Ein Bezug hält länger, wenn der Kern vorher sauber gearbeitet wurde. Die meiste Zeit geht nicht ins Beziehen, sondern ins Vorbereiten. Wer das akzeptiert, bekommt eine Sitzfläche, die nicht nur neu aussieht, sondern auch beim Sitzen nicht nachgibt.